Wer leiden muss, darf auch schön sein!

Ende des letzten Jahres flatterte uns eine besondere Anfrage ins Haus, die unsere Neugierde weckte. wir wurden von einem Sanitätshaus kontaktiert, um für eine Kundin ein orthopädisches Korsett herzustellen, dass bestimmt Kriterien zu erfüllen hatte.

Zum einen sollte es den Anforderungen an Strapazierfähigkeit gerecht werden, da die Kundin das Korsett nahezu jeden Tag tragen würde, um ihren Rücken zu entlasten. Dieser hatte nach einigen Bandscheibenvorfällen stark gelitten und brauchte die tägliche Unterstützung, um Rückenschmerzen zu vermeiden.
Zum anderen, und das war das erfreuliche an diesem Auftrag, sollte das Modell schwarz sein. Scheinbar war man mit diesem Wunsch schon bei anderen Anbietern ortopädischer Stützmieder abgeblitzt. Umso schöner für uns!
Wir hatten eine abgetragene Vorlage in zartem hornhautumbra und die zugegebenermaßen eher kryptischen Umfangangaben, die an der Kundin von einer anderen Person abgemessen worden waren. Also ging es ans Probestück mit der Methode „try and error“. Nach zwei Änderungen in der Weite (die getragene Vorlage war ausgeleierte als vorab vermutet), und in der rückwärtigen Länge war das finale Stück nach viel Geduld seitens unserer extrem sympatischen Kundin nach 6 Wochen endlich fertig.
Als Futterstoff kam unser seit jeher verwendeter Drell zum Einsatz, der schier unverwüstlich ist. Als Oberstoff haben wir uns gemeinsam für einen sehr festen schwarzen Satin entschieden. Als Verstärkung

wurden breite, vorgebogene Stahlfederstäbe hinten und kurze, leicht stützende Spiralfederstäbe an den Seiten eingesetzt.

 

Für den erleichterten Einstieg wurde, wie bei der Vorlage auch, eine seitliche Schnürung links und Miederhäkchen rechts eingearbeitet. Werˋs schon im Rücken hat, sollte sich nicht auch noch mit einer rückwärtigen Schnürung abmühen müssen. Im übrigen war dieses Konstrukt eine sehr große Bereicherung was die Ideen an neuen Modellen angeht. Seitdem treibt mich die Überlegung um, wie man durch den Schnitt und das Design eines Korsetts das eigenhändige Einschnüren noch mehr erleichtern kann. Diese Ideen werden wohl noch länger in meinem nie untätigen Hirn herum wabern, bis es zur tatsächlichen Produktreife kommt… Aber dann…!

Lange Rede, kurzer Sinn: Die Kundin war begeistert! Und wir glücklich wieder einen Auftrag abgeliefert zu haben, der allen Anforderungen an Design ud Funktionalität gerecht wird.
Wie auch bei vielen anderen Dingen, bleibt nur zu hoffen, dass die zum Einsatz gebrachten Materialien der täglichen Belastung durch reibende Oberbekleidung stand halten. Wenn nicht, finden wir eine Lösung und dürfen hoffentlich erneut tätig werden.

Wir bedanken uns jedenfalls beim Sanitätshaus Peters aus Düsseldorf und dem Gesundheitshaus Helten in Willich-Anrath für die angenehme Zusammenarbeit und wünschen unserer Kundin eine schmerzfreie Zeit!

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